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von Welt

„Wir stehen hier nicht so, wie noch vor ein paar Jahren.“

Wir vier Mittzwanziger, die uns verabschiedet haben, von dem, was einmal vor uns lag. Die Verbindung zu den Plänen getrennt, die bereits für die kommenden Jahrzehnte auf dem Tisch lagen. Die Autobahn verlassen, die uns vielleicht geradeaus ins Nirgendwo geführt hätte und begonnen, langsam zu realisieren, wie jede einzelne Sekunde unbemerkt an uns vorbeizieht und nicht mehr zurückkommt.

„Wir haben nichts, was uns noch hält.“

Vielleicht der Leitspruch einer ganzen Generation, die sich nicht mehr bewegt, weil sie etwas bewegen möchte, sondern weil sie immer und überall bewegt sein möchte. Eine Jugend, ständig im Aufbruch. An der Erinnerungen vorbeifliegen, weil ihre Eltern, schon bevor es eintrat, wussten, was als Nächstes passieren wird. Wir sind immer in der ersten Reihe. Doch anwesend sind wir dort, wo wir gerade sind, eigentlich nie.

„Wir haben alles gesehen von dieser Welt.“

Wenn wir doch nur einmal die Augen geöffnet hätten, als wir dort waren, dann wüssten wir jetzt was zu tun wäre. Doch das wissen wir die meiste Zeit nie. Wir irren in einer so durchnetzten Welt umher, als gäbe es keine Wege. Aber das stimmt nicht -
Es gibt von ihnen immer zu viele.

„Milliardenstadt gewinnt“

Wir werden in einer Masse verschwinden, weil wir gelernt haben, damit umzugehen, inkognito zu bleiben. Wir verstecken uns hinter uns selbst, einer eigens dafür aufgebauten Fassade und bemerken fast viel zu spät, dass wir uns selbst seit Jahren nicht mehr begegnet sind.

„In den stillen Stunden werden wir unserem Leben wieder erzählen, dass wir es lieben.“

Alles, was wir einmal gesehen haben ist nichtig an dem Punkt, an dem wir in eine andere Welt schreiten. Alles, was wir einmal wussten, zerfällt langsam in unseren Gedanken. Es darf niemals still um uns werden, in einer Welt in der alles immer lauter und schneller wird und wir werden uns hoffentlich niemals fragen:
Wo sind wir all die Zeit gewesen?

von Welt 2015